Darwin
Die Hauptstadt des Northern Territory liegt im sogenannten „Top End“, Australiens nördlichem Zipfel. Das Klima ist tropisch geprägt – Trocken- und Regenzeit bestimmen den Lebensrhythmus.
Der nördlichen Lage verdankt die Stadt auch ihren Beinamen: Darwin ist auch als „Tor zu Asien“ bekannt. Kein Wunder, denn die nächstgelegene Großstadt ist die indonesische Hauptstadt Jakarta. Doch warum sollte der Blick des Reisenden in die Ferne schweifen, wenn auch Darwin viel zu bieten hat?
Die größte Stadt des Northern Territory ist ein Stehaufmännchen. Im 20. Jahrhundert wurde sie gleich zweimal nahezu völlig zerstört. Im zweiten Weltkrieg wurde Darwin zunächst evakuiert, dann wurden weite Teile der Stadt von japanischen Flugzeugen bombardiert. Der Wiederaufbau war gerade beendet, als die Stadt am Weihnachtsmorgen des Jahres 1974 vom Zyklon „Tracy“ buchstäblich dem Erdboden gleichgemacht wurde.
Da Darwin zuvor bereits zweimal von tropischen Wirbelstürmen getroffen worden war, sprach sich die australische Regierung zunächst gegen den Wiederaufbau der Stadt aus. Die willensstarke Bevölkerung setze sich jedoch durch und machte Darwin zu dem, was es heute ist: eine lebendige, multikulturell geprägte Stadt, in der etwa 75 Nationalitäten leben. Mehr als in jeder anderen australischen Großstadt ist der Einfluss der Aborigines spürbar – kein Wunder, machen sie doch ein Viertel der Bewohner Darwins aus.
Darwin ist somit ein idealer Ort, um mehr über Kunst und Kultur der Aborigines zu erfahren. Am besten beginnt der neugierige Reisende damit im „Museum and Art Gallery of the NT“. Hier gibt es nicht nur sehenswerte Kunstgegenstände, sondern auch „Sweetheart“ – das größte jemals im NT gefangene Krokodil, nun als ausgestopftes Reptil zu bewundern. In der Ausstellung über den Zyklon „Tracy“ kann man die Macht des Sturms hautnah nachempfinden – in einem eigens eingerichteten Raum ist das Röhren des Zyklons zu hören.
Hautnah mit der Geschichte in Berührung kommt man in den WW2 Oil Storage Tunnels, nie fertig gestellten Tunnelsystemen, die nach dem japanischen Luftangriff im zweiten Weltkrieg zur Lagerung von Treibstoff entworfen wurden.
Doch auch wer seine Zeit lieber im Freien als in Museen verbringt, kommt in Darwin voll auf seine Kosten. Am besten beginnt man die Erkundung der Stadt mit einem Bummel durch das Stadtzentrum mit seinen zahlreichen Läden und Cafés. Am Mindil Beach lädt der „Sunset Market“ zu einem Bummel ein.
In den botanischen Gärten kann man viel über die australische Pflanzenwelt erfahren – so gibt es ein Regenwald-Biotop mit Wasserfall, über 400 Arten von Palmen und einen Orchideengarten. Auch Tiere kann man hautnah bewundern. Im „Aquascene“ am Nordende der Esplanade kann der Besucher bei Flut tropische Fische bestaunen und sogar von Hand füttern, ein einzigartiges Erlebnis.
Die Stokes Hill Wharf eignet sich hervorragend, um einen langen Tag in der Stadt ausklingen zu lassen. Die zahlreichen Stände bieten für jeden Essensgeschmack etwas, von Fish & Chips bis zum Kamel- oder Krokodilburger. Dann gilt es nur noch, einen der Tische mit einmalig schönem Blick auf Stadt und Meer zu ergattern und denn Rest des Abends im Stimmengewirr der Einheimischen zu genießen.

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